Akademisches Corps Symposion Wien

Geschichte des Akad. Corps Symposion

Wappen des Akad. Corps Symposion

Im Jahre 1885 ging die Maturaklasse des Kaiser-Franz-Josef-Gymnasiums in der Hegelgasse in Wien I. nicht wie üblich auseinander, sondern traf sich auch nach Ende der Schulzeit regelmäßig. Schon bald beschloß man, einen akademischen Geselligkeitsverein zu gründen, um den bisherigen zwanglosen Treffen eine Form zu geben. Als Name wurde bewußt und in Abkehr der bei Verbindungen üblichen deutsch-lateinischen Namen der griechische Name „Symposion“ gewählt. Seine ursprüngliche Bedeutung symbolisiert bis heute den Zweck unserer Verbindung: Beim geselligen Beisammensein teils ernsthafte, teils humorvolle Gespräche zu führen. Die Gründung des Symposions erfolgte am 31. Januar 1886. Als Farben wählte Symposion Gold (als Symbol der Wissenschaft) und Blau (für die Treue). Der Wahlspruch Symposions lautete:

Alt mein Panier, alt meine Ehr’
jung ist mein Herz, scharf meine Wehr’.

Als man schon bald darauf, wie es damals in Studentenkreisen üblich war, zu fechten begann, kam als dritte Farbe Weiß (als Symbol der Ehre) zu den beiden „Urfarben“ hinzu. Seitdem tragen wir ein gold-blau-weißes Band als äußeres Zeichen unserer Verbindung. Diesen drei Farben ist Symposion bis heute verpflichtet: So hat und hatte Symposion seit jeher einen hohen Anteil an Universitätslehrern und wenige Studienabbrecher. Die Treue halten sich Symposiasten ihr ganzes Leben lang und was die Ehre betrifft, so versuchen Symposiasten immer, allen Verlockungen zum Trotz, Haltung und Anstand zu bewahren.

20 Jahre später hatte Symposion als freie Verbindung keine Zukunft mehr. Da die überwiegende Mehrzahl der Symposiasten eine korporative politische Betätigung und vor allem die aggressive Agitation der Burschenschafter ablehnte, schloß man sich 1907 den liberalen Corps an. Vorbild der damaligen Wiener Corps waren die deutschen Corps, denen man 1919, kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges, beitrat. Seit damals gehört das Corps Symposion dem Kösener Senioren Convents Verband (KSCV) an. Damit bekennt sich das Corps Symposion auch zu den Prinzipien des KSCV:

Kösener Corps nehmen jeden interessierten Studenten ungeachtet seiner politischen, religiösen und wissenschaftlichen Richtung auf.

Diese liberalen Satzungen führten in Deutschland zum Verbot der Corps unter den Nationalsozialisten, sodaß auch das Corps Symposion nach dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich sofort aufgelöst wurde. Nach Kriegsende schritten die überlebenden Symposiasten zuerst an den Wiederaufbau ihrer zertrümmerten Heimat, um danach (1953) ihr Corps wiederzueröffnen. Das Corps Symposion blickt damit auf eine lange Reihe sowohl beruflich überaus erfolgreicher als auch im Feiern geeichter Symposiasten zurück.